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Lenovo ThinkSystem QLogic QL45212 Flex - Netzwerkadapter - PCIe 3.0 x16 - 50GBase-KR x 2 - für ThinkSystem SN550; SN850

Ersatzteile & Komponenten

Lenovo QL45212 | 2x50Gb Netzwerkadapter | PCIe 3.0

Herstellernummer: 7XC7A05843

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Lenovo ThinkSystem QLogic QL45212 Flex 50Gb 2-Port Ethernet Adapter – der Hochgeschwindigkeits-Netzwerkadapter für Blade-Server

Der Lenovo ThinkSystem QLogic QL45212 Flex 50Gb 2-Port Ethernet Adapter (Herstellernummer: 7XC7A05843) ist ein PCIe-3.0-Netzwerkadapter im Flex-Formfaktor, der speziell für den Einsatz in Lenovo ThinkSystem-Blade-Servern entwickelt wurde. Er stellt zwei 50GBase-KR-Ports bereit und liefert damit eine aggregierte Bandbreite von 100 Gbps – ein deutlicher Leistungssprung gegenüber klassischen 10G- oder 25G-Adaptern, der für datenintensive Rechenzentrumsumgebungen konzipiert ist. Herzstück ist der Cavium FastLinQ 45000-Controller, der ein umfangreiches Set an Offload-Funktionen mitbringt und so die Host-CPU entlastet. Zertifiziert und validiert ist der Adapter ausschließlich für die Blade-Server Lenovo ThinkSystem SN550 und Lenovo ThinkSystem SN850.

Leistung & Prozessor des QL45212 Flex Ethernet Adapters

Cavium FastLinQ 45000 – ein ASIC für den Rechenzentrum-Einsatz

Der Netzwerkadapter wird von einem einzelnen Cavium FastLinQ 45000-Controller angetrieben – einem Application-Specific Integrated Circuit (ASIC), der speziell für hochperformante Ethernet-Adapternkarten im Datacenter-Umfeld entwickelt wurde. Dieser Controller ist keine simple MAC/PHY-Kombination, sondern ein vollständiger Netzwerkprozessor mit eigener Verarbeitungslogik, der die Host-CPU bei rechenintensiven Netzwerkoperationen signifikant entlasten kann.

Besonders relevant für den Praxisbetrieb: Der Adapter schafft laut Hersteller 60 Millionen Pakete pro Sekunde Paketdurchsatz. Dieser Wert ist in latenzempfindlichen Umgebungen entscheidend – etwa bei Storage-Fabrics, Hochfrequenzanwendungen oder dichtgepackten virtualisierten Infrastrukturen, in denen viele kleine Pakete in kurzer Zeit verarbeitet werden müssen. Eine hohe Gbps-Bandbreite allein ist dabei nicht ausreichend; erst die Paketrate pro Sekunde zeigt, ob ein Adapter auch unter realen Last-Bedingungen mit kurzen Frames performant bleibt.

Offload-Funktionen: CPU-Entlastung durch Hardware-Intelligenz

Der FastLinQ 45000 unterstützt ein breites Spektrum an Hardware-Offloads, die im Fließtext des Feature-Sets aufgeführt sind und für den IT-Architekten durchaus relevant sind:

  • TSO / GSO / LSO (TCP/Generic/Large Send Offload): Segmentierung großer Datenpakete wird in den Adapter ausgelagert, die Host-CPU muss sich nicht um die TCP-Segmentierung kümmern.
  • LRO / RSS / TSS (Large Receive / Receive Side Scaling / Transmit Side Scaling): Eingehende Pakete werden hardwareseitig auf mehrere CPU-Kerne verteilt, was Engpässe bei Multicore-Prozessoren vermeidet.
  • Prüfsummen-Offload: IPv4- und IPv6-Prüfsummenberechnung übernimmt der Adapter – ein klassischer Engpass bei hohem Durchsatz auf der CPU.
  • DPDK-Unterstützung (Data Plane Development Kit): Für Anwendungen, die den Kernel-Netzwerkstack umgehen und den Adapter direkt ansprechen – relevant für NFV-Workloads, virtuelle Firewalls und Telekommunikationsanwendungen.

Netzwerkprotokoll & Technologie: Was 50GBase-KR bedeutet

50GBase-KR – direktverbundenes Hochgeschwindigkeits-Ethernet

Der Verdrahtungstyp 50GBase-KR ist ein Detail, das in der Praxis unmittelbar über die Einsatzszenarien entscheidet. Das Kürzel "KR" steht für eine Backplane-Ethernet-Verbindung – also eine direkte elektrische Verbindung über die Backplane des Blade-Chassis, ohne externen optischen oder kupferbasierten Transceiver. Das bedeutet konkret: Dieser Adapter ist für den Betrieb innerhalb eines Blade-Chassis ausgelegt, in dem der Blade-Server über die Midplane mit dem Chassis-Switch kommuniziert. Externe SFP+-, QSFP- oder RJ45-Ports hat dieser Adapter nicht – er ist kein eigenständiger NIC für ein Rack-Server-Gehäuse.

Für Administratoren, die den Adapter beschaffen möchten, ist dieser Punkt entscheidend: Der QL45212 Flex funktioniert nur im Zusammenspiel mit einem kompatiblen ThinkSystem-Chassis (SN550 oder SN850) und dem dort verbauten Switch-Modul. Wer einen eigenständigen 50G-NIC für einen Tower- oder Rack-Server sucht, benötigt einen anderen Adapter.

RDMA-Fähigkeiten: RoCE v2 und iWARP

Der Adapter unterstützt zwei RDMA-Protokolle (Remote Direct Memory Access), was ihn für moderne Storage- und HPC-Architekturen qualifiziert:

  • RoCE v2 (RDMA over Converged Ethernet v2): Die zweite Generation des RoCE-Protokolls ermöglicht routbares RDMA über IP-Netzwerke. Damit lassen sich NVMe-over-Fabrics (NVMe-oF)-Architekturen aufbauen, bei denen NVMe-Storage direkt über das Netzwerk adressiert wird – mit deutlich geringerer Latenz als klassisches iSCSI. RoCE v2 ist heute der bevorzugte Standard in konvergierten Infrastrukturen.
  • iWARP (Internet Wide-area RDMA Protocol): Als TCP-basierte RDMA-Alternative zu RoCE bietet iWARP eine robustere Übertragung in verlustbehafteten Netzwerken, da TCP die Zuverlässigkeit sicherstellt. In der Praxis wird iWARP vor allem dort eingesetzt, wo kein verlustfreies Ethernet (durch DCB/PFC) garantiert werden kann.
  • iSER (iSCSI Extensions for RDMA): Ermöglicht iSCSI-Datenübertragungen mit RDMA-Beschleunigung, was Latenz reduziert und CPU-Last senkt.

Datacenter-Funktionen: Virtualisierung, Quality of Service & Fabric

SR-IOV: Ein physischer Port, viele virtuelle Funktionen

SR-IOV (Single Root I/O Virtualization) ist eine der wichtigsten Funktionen für virtualisierte Umgebungen. Sie erlaubt es, einen physischen Netzwerkadapter in mehrere virtuelle Funktionen (VFs) aufzuteilen, die direkt an virtuelle Maschinen übergeben werden – ohne den Overhead eines Software-Hypervisor-Switches. Das Ergebnis: niedrigere Latenz, höherer Durchsatz und geringere CPU-Last für netzwerkintensive VMs. In VMware-Umgebungen ist dies durch VMware NetQueue ergänzt, auf Microsoft-Plattformen durch Microsoft VMQ (Virtual Machine Queue).

UFP und NPAR: Bandbreitenpartitionierung auf Port-Ebene

UFP (Universal Flex Port) und NPAR (NIC Partitioning) ermöglichen es, die verfügbare Bandbreite eines physischen Ports auf mehrere Funktionen aufzuteilen und unterschiedlichen Workloads zuzuweisen – etwa Storage-Traffic, VM-Migration und Produktionsdaten auf einem einzigen physischen Link. Das vereinfacht Verkabelung und Infrastruktur erheblich.

DCB, PFC und WRED: Verlustfreies Ethernet für Storage-Workloads

Für RoCE-basierte Workloads ist verlustfreies Ethernet (Lossless Ethernet) unabdingbar. Der Adapter unterstützt hierfür den kompletten Data Center Bridging (DCB)-Stack:

  • IEEE 802.1Qbb (Priority-based Flow Control / PFC): Stellt sicher, dass Pakete bei Überlast nicht verworfen, sondern durch Pause-Frames zurückgehalten werden.
  • IEEE 802.1Qaz (Enhanced Transmission Selection / ETS): Weist verschiedenen Verkehrsklassen unterschiedliche Bandbreitenanteile zu.
  • WRED (Weighted Random Early Detection, IP-Priorität/DSCP-basiert): Engpassvermeidung durch frühzeitiges Verwerfen niedrigpriorer Pakete, bevor Puffer vollständig überlaufen.
  • DCBX (Data Center Bridging Exchange): Automatische Aushandlung von DCB-Parametern zwischen Adapter und Switch.

Overlay-Netzwerke: NVGRE und GRE

Durch die Unterstützung von NVGRE und GRE-Tunneling kann der Adapter mit Overlay-Netzwerken umgehen, wie sie in hybriden Cloud-Umgebungen oder Software-Defined-Networking-Architekturen (SDN) eingesetzt werden. Die Tunnel-Header werden hardwareseitig verarbeitet, ohne dass die Host-CPU eingreifen muss.

EVB und VLAN: Netzwerkisolation im Multi-Tenant-Betrieb

EVB (Edge Virtual Bridging) nach IEEE 802.1Qbg sowie VLAN-Tagging nach IEEE 802.1Q ermöglichen die saubere Netzwerkisolation mehrerer Mandanten oder Workloads auf einem physischen Adapter. Dies ist in Shared-Infrastructure-Umgebungen – etwa in Managed-Service-Provider-Rechenzentren – eine Grundvoraussetzung.

IEEE 1588 Precision Time Protocol (PTP)

Der Adapter unterstützt sowohl IEEE 1588-2002 als auch IEEE 1588-2008 (PTPv2), also das Precision Time Protocol für hochgenaue Netzwerksynchronisation. Dies ist relevant für Anwendungen, die Mikrosekunden-genaue Zeitstempel benötigen – etwa im Bereich Financial Trading, Telekommunikation oder verteilte Datenbanken.

Link Aggregation und FEC

IEEE 802.3ad (LACP / Link Aggregation Control Protocol) erlaubt das Bündeln der zwei physischen Ports zu einem logischen Link mit erhöhter Redundanz und Bandbreite. FEC (Forward Error Correction) verbessert die Signalqualität bei langen Backplane-Verbindungen und trägt zur Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten bei.

Formfaktor & physische Eigenschaften

Der Adapter wird als Plug-in-Karte im Flex-Formfaktor geliefert und nutzt einen PCIe-3.0-x16-Steckplatz als Hostinterface. Mit Abmessungen von 10 × 8 cm und einem Gewicht von lediglich 13 Gramm ist er für den Einbau in Blade-Server-Einschübe optimiert. Der Flex-Formfaktor ist ein Lenovo-spezifisches Expansion-Format für das ThinkSystem-Chassis und nicht mit Standard-PCIe-Slots in Rack-Servern oder Tower-Servern kompatibel.

Wichtig für die Planungsphase: Die PCIe-3.0-x16-Anbindung stellt sicher, dass die Bandbreite des physischen Bus-Interfaces nicht zum Engpass wird. Selbst bei vollem bidirektionalem 50G-Betrieb auf beiden Ports – also 100 Gbps aggregiert – bietet PCIe 3.0 x16 theoretisch rund 128 Gbps Rohbandbreite, sodass keine Signalverluste durch Bus-Sättigung auftreten.

Kompatibilität: Ausschließlich für SN550 und SN850

Der QL45212 Flex ist laut Hersteller ausdrücklich validiert für:

  • Lenovo ThinkSystem SN550 – ein 2-Sockel-Blade-Server im Lenovo Blade-Ökosystem
  • Lenovo ThinkSystem SN850 – ein 4-Sockel-Blade-Server für besonders anspruchsvolle Scale-up-Workloads

Beide Server-Plattformen sind im Lenovo ThinkSystem-Blade-Chassis beheimatet. Der Einsatz in anderen ThinkSystem-Servern oder Rack-Servern der DX- oder SR-Serie ist nicht vorgesehen und wird durch Lenovo nicht unterstützt. IT-Einkäufer sollten vor der Bestellung sicherstellen, dass der entsprechende Blade-Server und das Chassis im Bestand vorhanden sind.

Ideal für diese Einsatzbereiche

  • NVMe-over-Fabrics (NVMe-oF) und konvergierte Storage-Infrastrukturen: Durch RoCE v2 und iWARP kann der Adapter NVMe-Daten über das Netzwerk mit latenzarmer RDMA-Technologie übertragen. Dies ist die Basis für moderne hyper-konvergierte Infrastrukturen und Flash-Storage-Systeme, die über das Netzwerk angebunden werden.
  • Virtualisierungsplattformen mit VMware oder Microsoft Hyper-V: SR-IOV, VMware NetQueue und Microsoft VMQ ermöglichen die direkte Übergabe von Netzwerkressourcen an virtuelle Maschinen. In dicht gepackten Blade-Umgebungen mit Dutzenden von VMs pro Blade ist dies entscheidend für Performance und CPU-Effizienz.
  • Software-Defined Networking und Overlay-Netzwerke: NVGRE- und GRE-Tunneling-Unterstützung machen den Adapter fit für moderne SDN-Architekturen. In Umgebungen mit VMware NSX, Microsoft Azure Stack oder ähnlichen Plattformen werden Overlay-Netzwerke hardwareseitig verarbeitet.
  • High-Performance Computing (HPC) und parallele Workloads: Mit 60 Millionen Paketen pro Sekunde und RDMA-Unterstützung eignet sich der Adapter für MPI-basierte (Message Passing Interface) HPC-Workloads, bei denen Nodes eng miteinander kommunizieren müssen.
  • Latenz-sensitive Anwendungen mit Precision Time Protocol: Die Unterstützung von IEEE 1588-2002 und IEEE 1588-2008 macht den Adapter zur Option für zeitkritische Anwendungen, die eine netzwerkweite Zeitsynchronisation im Mikrosekunden-Bereich erfordern.

Häufige Fragen zum Lenovo ThinkSystem QL45212 Flex 50Gb Adapter

In welchen Servern kann der QL45212 Flex betrieben werden?

Laut Hersteller ist der Adapter ausschließlich für den Betrieb in den Blade-Servern Lenovo ThinkSystem SN550 und Lenovo ThinkSystem SN850 validiert. Ein Einsatz in anderen ThinkSystem-Modellen – insbesondere Rack-Servern der SR-Serie oder Tower-Servern der ST-Serie – ist nicht vorgesehen. Der Flex-Formfaktor ist eine Lenovo-spezifische Expansion-Schnittstelle und nicht mit Standard-PCIe-Slots kompatibel.

Benötigt der Adapter externe Transceiver oder Kabel?

Nein. Der Verdrahtungstyp 50GBase-KR bezeichnet eine Backplane-Ethernet-Verbindung, die direkt über die Midplane des Blade-Chassis kommuniziert. Es werden keine externen SFP+-, QSFP28- oder DAC-Kabel benötigt. Die Verbindung zum Chassis-Switch erfolgt intern. Externe Ports sind bei diesem Adapter nicht vorhanden.

Unterstützt der Adapter RoCE und NVMe-over-Fabrics?

Ja. Der Adapter unterstützt RoCE v2 (RDMA over Converged Ethernet v2) sowie iWARP als RDMA-Protokolle. Beide Protokolle bilden die Grundlage für NVMe-over-Fabrics-Architekturen (NVMe-oF). Für den stabilen Betrieb von RoCE v2 ist verlustfreies Ethernet erforderlich, das durch die integrierten DCB-Funktionen (PFC, ETS, DCBX) unterstützt wird. Hierzu liegen uns keine weiteren Herstellerangaben zu spezifischen NVMe-oF-Zertifizierungen vor.

Ist der Adapter für VMware- und Hyper-V-Umgebungen geeignet?

Der Adapter unterstützt laut Feature-Spezifikation VMware NetQueue sowie Microsoft VMQ (Virtual Machine Queue) und darüber hinaus SR-IOV (Single Root I/O Virtualization). Diese Funktionen ermöglichen die direkte Übergabe von Netzwerkressourcen an virtuelle Maschinen mit minimalem Hypervisor-Overhead. Konkrete Treiberversionen und Betriebssystem-Anforderungen sind bei Lenovo oder im VMware/Microsoft Compatibility Guide zu prüfen – hierzu liegen uns keine weiteren Herstellerangaben vor.

Welche Garantie gilt für den QL45212 Flex Adapter?

Laut Hersteller gilt für den Adapter eine begrenzte Garantie von 1 Jahr. Für Unternehmenskunden empfiehlt sich die Prüfung, ob die Garantie im Rahmen des übergeordneten ThinkSystem-Server-Servicevertrags erweitert werden kann. Bitte wenden Sie sich für Garantieverlängerungen an Ihren Lenovo-Partner oder den Baltaris-Vertrieb.

Was bedeutet der PCIe-3.0-x16-Anschluss für die verfügbare Bandbreite?

Das PCIe-3.0-x16-Hostinterface bietet eine theoretische Rohbandbreite von rund 128 Gbps bidirektional. Da der Adapter zwei 50G-Ports mit einer aggregierten Bandbreite von 100 Gbps bereitstellt, wird die PCIe-3.0-x16-Anbindung selbst bei Volllast auf beiden Ports nicht zum Engpass. Für zukünftige Generationen mit 100G-per-Port-Adaptern wäre PCIe 4.0 relevant, für den QL45212 Flex ist die Bandbreite ausreichend dimensioniert.

Allgemein

Hersteller
LENOVO
Herstellernummer
7XC7A05843

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