Lenovo - QSFP28 Empfängermodul - 100GbE - 100GBase-LR4 - LC Single-Modus - bis zu 10 km - 1310 nm - für ThinkSystem NE10032 RackSwitch, NE2580O RackSwitch
LENOVO DCG 100GBase-LR4 QSFP28 Transceiver – 100-Gigabit-Glasfaser-Modul für Enterprise-Netzwerke
Der Lenovo DCG 100GBase-LR4 QSFP28 Transceiver (7G17A03540) ist ein optisches Plug-in-Empfängermodul für 100-Gigabit-Ethernet-Verbindungen über Einzelmodus-Glasfaser und richtet sich an Netzwerkadministratoren sowie Rechenzentrumsbetreiber, die ihre Spine-Leaf-Architektur oder Core-Switching-Ebene mit 100-GbE-Konnektivität ausbauen möchten. Das Modul nutzt den weit verbreiteten QSFP28-Formfaktor und überträgt Daten per 100GBase-LR4-Standard mit einer Wellenlänge von 1310 nm über Entfernungen von bis zu 10 Kilometern – damit eignet es sich nicht nur für Campus-Verbindungen innerhalb eines Gebäudekomplexes, sondern auch für Metropolitan-Area-Netzwerke (MAN). Laut Hersteller ist der Transceiver auf die Lenovo ThinkSystem RackSwitches NE10032 und NE2580O ausgelegt und garantiert in dieser Konstellation einen reibungslosen, zertifizierten Betrieb.
Technologie & Übertragungsleistung des QSFP28-Transceivers
Das Herzstück dieses Glasfaser-Transceivers ist der 100GBase-LR4-Standard, der vier separate optische Kanäle à 25 Gbps über ein einziges LC-Duplex-Patchkabel bündelt und auf diese Weise eine aggregierte Nettodatenrate von 100 Gbps erreicht. Diese Vierkanalarchitektur, bekannt als WDM (Wavelength Division Multiplexing), sendet und empfängt jede Datenrate auf einer leicht unterschiedlichen Wellenlänge im 1310-nm-Band – ein Verfahren, das die Nutzung vorhandener Glasfaser-Infrastruktur maximiert und gleichzeitig die Störanfälligkeit durch optisches Übersprechen minimiert.
Für den Rechenzentrumsbetrieb ist die Reichweite von bis zu 10 Kilometern ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal gegenüber kürzreichweitigeren Varianten wie SR4 (Short Range, typisch 100 m über Multimode-Faser). LR4 setzt ausschließlich auf Einzelmodus-Glasfaser (SMF), die durch ihren kleineren Kerndurchmesser von üblicherweise 9 µm eine höhere Bandbreite über große Distanzen ermöglicht als Multimode-Faser. Wer bereits eine SMF-Infrastruktur zwischen Gebäuden oder über Campusse hinweg betreibt, kann mit diesem Modul direkt auf 100-GbE-Geschwindigkeit hochrüsten, ohne neue Kabel verlegen zu müssen – ein wesentlicher Kostenvorteil.
Der QSFP28-Formfaktor (Quad Small Form-factor Pluggable 28) ist im modernen Rechenzentrum der De-facto-Standard für 100-Gigabit-Verbindungen. Er passt in denselben Schacht wie ältere QSFP+-Module (40 GbE), ist aber für die höhere Signalrate von 25 Gbps je Lane ausgelegt. Die Heiß-Tausch-Fähigkeit (Hot-Swap) des QSFP28-Formats erlaubt im laufenden Betrieb den Austausch defekter Module, ohne den Switch oder den Port neu starten zu müssen – ein entscheidender Vorteil für hochverfügbare Produktionsumgebungen.
Kompatibilität mit Lenovo ThinkSystem RackSwitches
Laut Hersteller ist der Transceiver 7G17A03540 explizit für zwei ThinkSystem-RackSwitch-Modelle qualifiziert und validiert: den Lenovo ThinkSystem NE10032 RackSwitch sowie den Lenovo ThinkSystem NE2580O RackSwitch. Diese Qualifizierung ist mehr als ein Marketing-Versprechen: Sie bedeutet, dass Lenovo das Modul im Labor auf Interoperabilität, Signalintegrität und thermisches Verhalten in diesen Geräten getestet hat. Für IT-Abteilungen, die Lenovo-Support-Verträge nutzen, ist dies besonders wichtig – der Einsatz nicht-qualifizierter Drittanbieter-Module kann in einigen Fällen Supportansprüche bei Switch-Problemen beeinträchtigen.
Der NE10032 RackSwitch ist ein leistungsstarker 100-Gigabit-Spine-Switch, der typischerweise in der Aggregations- oder Core-Schicht moderner Leaf-Spine-Rechenzentrumsarchitekturen eingesetzt wird. Er bietet eine hohe Portdichte, die durch Module wie den 7G17A03540 für 100-GbE-Uplinks in die Weitverkehrs- oder Inter-Building-Schicht genutzt werden kann. Der NE2580O RackSwitch ist ein flexibles 25/100-GbE-Modell, das sowohl als Top-of-Rack-Switch (ToR) als auch in kleinen bis mittelgroßen Rechenzentrumsprojekten eingesetzt wird. Das LR4-Modul ermöglicht hier den Aufbau verlängerter Uplinks über mehrere hundert Meter oder gar Kilometer – zum Beispiel zwischen zwei Serverräumen auf einem Campusgelände.
Einzelmodus-Glasfaser: Infrastrukturvoraussetzungen
Vor dem Kauf sollten Netzwerkverantwortliche sicherstellen, dass die vorhandene oder geplante Verkabelungsinfrastruktur mit OS1- oder OS2-Einzelmodus-Glasfaser ausgeführt ist. Während OS1-Kabel (typisch für Indoor-Anwendungen, max. 10 km) für die meisten Campus-Szenarien vollständig ausreichen, sollte bei Außenkabelverbindungen auf OS2 (geringere Dämpfung, ebenfalls bis 10 km und darüber) zurückgegriffen werden. Multimode-Fasern (OM3, OM4, OM5) sind mit dem LR4-Transceiver nicht kompatibel – dafür wären SR4-Module (kurze Reichweiten) oder SWDM4-Module (mittlere Reichweiten über Multimode) die richtige Wahl.
Die physische Verbindung erfolgt über LC-Duplex-Stecker (Local Connector), den im Rechenzentrumsbetrieb meistverbreiteten Steckertyp für Einzelmodus-Patchkabel. Die kleine Bauform von LC-Steckern ermöglicht eine hohe Portdichte in Patch-Panels und ist bei qualitativ hochwertiger Reinigung und Handhabung langlebig und wartungsarm.
100 Gigabit Ethernet im Rechenzentrum: Wann lohnt sich der Umstieg?
Der Wechsel von 10 GbE oder 40 GbE auf 100-Gigabit-Ethernet ist nicht mehr allein den größten Hyperscalern vorbehalten. In modernen mittelständischen Rechenzentren treibt insbesondere der Einsatz von NVMe-over-Fabrics (NVMe-oF), hochperformanten Backup-Lösungen, virtualisierten Netzwerkfunktionen (NFV) sowie KI- und Machine-Learning-Workloads mit hohem Datendurchsatz die Notwendigkeit zu 100-GbE-Uplinks. Auch die Konsolidierung mehrerer 10-GbE- oder 25-GbE-Server-Downlinks auf wenige gebündelte 100-GbE-Uplinks ergibt mit LR4-Modulen eine kosteneffiziente Topologie.
Hinzu kommt der Aspekt der Zukunftssicherheit: Wer heute in eine Backbone-Infrastruktur mit 100 GbE investiert, schafft die Basis für Storage-Systeme der nächsten Generation, hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) und Software-Defined-Networking-Lösungen, die zunehmend höhere Bandbreiten zwischen Nodes voraussetzen.
Geeignete Einsatzbereiche
- Campusverbindungen zwischen Gebäuden: Die Reichweite von bis zu 10 km über Einzelmodus-Glasfaser macht den Transceiver ideal für Verbindungen zwischen zwei Serverräumen, Rechenzentren oder Campusgebäuden innerhalb eines Unternehmens- oder Hochschulgeländes.
- 100-GbE-Backbone-Erweiterung in Leaf-Spine-Architekturen: In Kombination mit dem Lenovo ThinkSystem NE10032 RackSwitch als Spine-Knoten ermöglicht das Modul 100-GbE-Uplinks von Leaf-Switches – die Grundvoraussetzung für skalierbare, nicht-blocking Rechenzentrumsarchitekturen.
- Top-of-Rack-Deployment mit NE2580O: Für mittelgroße Serverräume bietet der NE2580O in Kombination mit LR4-Modulen die Möglichkeit, 100-GbE-Uplinks über längere Distanzen zu etablieren, ohne auf teurere DWDM-Lösungen zurückgreifen zu müssen.
- Hochverfügbare Link-Aggregation: Mehrere LR4-Module parallel betrieben ermöglichen Link Aggregation Groups (LAG) mit 200 GbE, 300 GbE oder mehr – für redundante und hochperformante Backbone-Verbindungen.
- Erweiterung bestehender Lenovo ThinkSystem-Infrastrukturen: IT-Abteilungen, die bereits auf ThinkSystem-Hardware setzen, profitieren von der herstellervalidierten Kompatibilität und einheitlicher Verwaltung über Lenovo-Management-Tools.
Häufige Fragen zum Lenovo QSFP28 100GBase-LR4 Transceiver
Welche Glasfasertypen sind mit diesem Transceiver kompatibel?
Der Lenovo 7G17A03540 arbeitet ausschließlich mit Einzelmodus-Glasfaser (SMF), typischerweise OS1 oder OS2 mit LC-Duplex-Steckern. Multimode-Fasern (OM3, OM4, OM5) sind nicht kompatibel, da der LR4-Standard auf die geringere Modendispersion von Einzelmodefaser angewiesen ist, um Distanzen bis 10 km zuverlässig zu überbrücken.
Mit welchen Lenovo-Switches ist das Modul kompatibel?
Laut Hersteller ist der Transceiver für den Lenovo ThinkSystem NE10032 RackSwitch und den Lenovo ThinkSystem NE2580O RackSwitch qualifiziert und validiert. Der Einsatz in anderen Switches – auch von anderen Herstellern – ist technisch möglicherweise möglich, wird aber von Lenovo nicht offiziell unterstützt.
Welche maximale Distanz unterstützt das Modul?
Der Transceiver überträgt Daten über bis zu 10 Kilometer auf Einzelmodus-Glasfaser. Dies ist der spezifizierte Maximalwert gemäß 100GBase-LR4-Standard. Die tatsächlich erreichbare Distanz kann je nach Qualität der Faserverbindung, Steckerqualität und Anzahl der Spleißpunkte in der Realität geringfügig variieren.
Kann das Modul im laufenden Betrieb getauscht werden (Hot-Swap)?
Der QSFP28-Formfaktor unterstützt grundsätzlich Hot-Swap-Fähigkeit, das heißt, Module können im laufenden Betrieb ein- und ausgesteckt werden. Ob die jeweiligen ThinkSystem-Switches einen unterbrechungsfreien Hot-Swap tatsächlich unterstützen, ist vom Switch-Betriebssystem und der Konfiguration abhängig. Hierzu empfehlen wir, die Dokumentation des jeweiligen RackSwitch-Modells zu prüfen.
Welchen Steckertyp benötige ich für das Patchkabel?
Das Modul verwendet einen LC-Duplex-Anschluss. Für die Verbindung wird entsprechend ein Einzelmodus-Patchkabel mit LC-Duplex-Steckern auf beiden Seiten benötigt (LC/LC duplex SMF).
Ist das Modul auch für Nicht-Lenovo-Switches geeignet?
Laut Hersteller ist der Transceiver 7G17A03540 ausschließlich für die Lenovo ThinkSystem-Switches NE10032 und NE2580O qualifiziert. Ein Betrieb in Switches anderer Hersteller ist technisch denkbar, da QSFP28 und 100GBase-LR4 offene Standards sind. Lenovo gibt hierfür jedoch keine Kompatibilitätsgarantie, und der Lenovo-Support erstreckt sich nicht auf solche Konfigurationen.
Allgemein
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