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Lenovo 4Y37A09724 Schnittstellenkarte/Adapter Eingebaut Mini-SAS

Ersatzteile & Komponenten

LENOVO ThinkSystem 440-16e | PCIe 4.0 SAS/SATA Controller | 16-Kanal

Herstellernummer: 4Y37A09724

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Die Lenovo ThinkSystem 440-16e SAS/SATA PCIe Gen4 ist eine professionelle Speicher-Controller-Karte für Server-Umgebungen, die speziell für Lenovos ThinkSystem-Serverreihe entwickelt wurde. Mit dem leistungsstarken Broadcom SAS3816-Prozessor und PCIe 4.0 x8-Anbindung ermöglicht sie die gleichzeitige Verwaltung von bis zu 16 SAS- oder SATA-Speichergeräten über vier Mini-SAS-HD-Anschlüsse. Als Low-Profile-Karte ist sie besonders für platzkritische 1U- und 2U-Server-Installationen konzipiert und bietet enterprise-typische Features wie Self-Encrypting Drive-Unterstützung und RAID-Funktionalitäten.

Speicher-Controller-Architektur und Performance

Das Herzstück der ThinkSystem 440-16e bildet der Broadcom SAS3816-Prozessor, der als spezialisierter Storage-Controller für anspruchsvolle Server-Workloads entwickelt wurde. Dieser Chip verwaltet bis zu 16 Kanäle und ermöglicht die simultane Kommunikation mit 16 Speicherperipheriegeräten bei einer maximalen Datenübertragungsrate von 12 Gbit/s pro Port.

Die PCIe 4.0 x8-Anbindung ist dabei entscheidend für die Performance: Während PCIe 3.0 x8 noch bei 8 GT/s (etwa 8 GB/s) limitiert gewesen wäre, bietet PCIe 4.0 x8 eine theoretische Bandbreite von 16 GT/s (etwa 15,75 GB/s). In der Praxis bedeutet dies, dass selbst bei gleichzeitiger Vollauslastung mehrerer NVMe-SSDs oder schneller SAS-Laufwerke kein Bandbreiten-Bottleneck am Controller entsteht.

Besonders interessant ist die Dual-Protocol-Fähigkeit: Die Karte unterstützt sowohl SATA 6Gb/s als auch SAS 12Gb/s nativ. SATA-Laufwerke lassen sich dabei kostengünstig für Massenspeicher-Anwendungen einsetzen, während SAS-Laufwerke ihre Stärken bei kritischen Datenbank-Workloads oder High-IOPS-Szenarien ausspielen. Der Controller erkennt automatisch den angeschlossenen Laufwerkstyp und optimiert die Kommunikation entsprechend.

Anschlussmöglichkeiten und Konnektivität

Die vier Mini-SAS-HD-Anschlüsse (SFF-8644) sind der zentrale Konnektivitätshub der Karte. Jeder dieser 36-poligen Anschlüsse kann über entsprechende Kabel bis zu vier SATA- oder SAS-Laufwerke ansprechen, wodurch sich die maximale Kapazität von 16 Laufwerken ergibt. Die Mini-SAS-HD-Technologie ist dabei der aktuelle Industriestandard für Server-Storage und bietet gegenüber älteren SAS-Anschlüssen eine deutlich höhere Portdichte bei kompakter Bauform.

Die interne Verkabelung erfolgt typischerweise über SFF-8644 zu SFF-8087 Kabel oder direkte SFF-8644 zu SATA-Breakout-Kabel, je nach verwendetem Backplane-Design im Server. Diese Flexibilität ermöglicht es System-Integratoren, die Karte sowohl in traditionellen Direct-Attached-Storage-Konfigurationen als auch in modernen Hot-Swap-Backplane-Umgebungen zu verwenden.

Ein wichtiger Aspekt ist die Low-Profile-Ausführung: Die Karte wird standardmäßig mit einem niedrigen Slotblech geliefert, kann aber auf Standard-Höhe umgerüstet werden. Dies macht sie kompatibel mit sowohl kompakten 1U-Servern als auch größeren Tower- oder Rack-Systemen. Die thermische Auslegung ist dabei auf den passiven Betrieb in gut belüfteten Server-Gehäusen optimiert.

RAID-Funktionalitäten und Storage-Features

Die ThinkSystem 440-16e unterstützt verschiedene Storage-Modi, wobei der JBOD-Support (Just a Bunch of Disks) besonders hervorzuheben ist. Im JBOD-Modus präsentiert der Controller jedes angeschlossene Laufwerk individual an das Betriebssystem, was maximale Flexibilität für Software-RAID-Lösungen oder Storage-Virtualisierung bietet. Dies ist besonders für moderne Storage-Konzepte wie Software-Defined Storage oder Hyper-Converged Infrastructure relevant.

Die DDF-Unterstützung (Disk Data Format) ermöglicht herstellerübergreifende RAID-Kompatibilität. Arrays, die auf anderen DDF-kompatiblen Controllern erstellt wurden, lassen sich theoretisch importieren und weiternutzen. In der Praxis ist dies vor allem bei Migrationen oder Disaster-Recovery-Szenarien wertvoll.

CacheCade ist Broadcoms proprietäre SSD-Caching-Technologie, die es ermöglicht, schnelle SSDs als Read- oder Write-Cache für langsamere Massenspeicher-HDDs zu verwenden. Dies kann in gemischten Storage-Umgebungen die Performance signifikant steigern, ohne die Kosten einer vollständigen SSD-Ausstattung zu verursachen.

Die Self-Encrypting Drive (SED)-Unterstützung ist für compliance-kritische Umgebungen essentiell. Der Controller kann TCG Opal-kompatible Laufwerke verwalten und deren Hardware-basierte Verschlüsselung aktivieren. Dies bietet bessere Performance als Software-Verschlüsselung und erfüllt viele regulatorische Anforderungen für Datenschutz.

Kompatibilität und System-Integration

Die Karte ist explizit für Lenovos ThinkSystem-Serverreihe validiert und getestet. Dazu gehören die Single-Socket-Modelle SR530 und SR590, die Dual-Socket-Systeme SR630, SR650 sowie deren V2-Varianten, und die AMD-basierten SR645 und SR665-Server. Auch das Tower-System ST650 V2 wird unterstützt.

Diese Kompatibilitätsliste ist nicht willkürlich: Lenovo hat umfangreiche Validierungstests durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Karte mit den jeweiligen Server-Mainboards, BIOS-Versionen und Backplane-Designs optimal funktioniert. Die Integration ins Lenovo XClarity-Management-Ecosystem ermöglicht außerdem zentrale Überwachung und Verwaltung der Storage-Controller über die gesamte Server-Farm.

Betriebssystem-seitig deckt die Karte alle relevanten Enterprise-Plattformen ab: Windows Server 2016/2019, verschiedene Red Hat Enterprise Linux-Versionen (7.7 bis 8.2), SUSE Linux Enterprise Server mit und ohne Xen-Hypervisor, sowie VMware vSphere ESXi 6.7 bis 7.0. Diese breite OS-Unterstützung macht die Karte für nahezu jede Server-Umgebung einsatzbereit.

Management und Monitoring-Capabilities

Die S.M.A.R.T.-Unterstützung ermöglicht proaktives Monitoring der angeschlossenen Laufwerke. Der Controller kann Gesundheitsdaten, Temperaturwerte und Verschleißindikatoren auslesen und an das übergeordnete Server-Management weiterleiten. Dies ist für präventive Wartung und Ausfallvorhersage in kritischen Produktionsumgebungen unerlässlich.

FastPath ist Broadcoms Performance-Optimierung für sequenzielle I/O-Operationen. Wenn der Controller erkennt, dass hauptsächlich große, sequenzielle Datenblöcke übertragen werden - wie bei Backup-Operationen oder Video-Streaming - umgeht er bestimmte Pufferungsmechanismen und reduziert damit die Latenz. Dies kann bei entsprechenden Workloads zu messbaren Performance-Verbesserungen führen.

Die Integration in Lenovos ThinkSystem-Ökosystem bedeutet auch, dass Firmware-Updates, Konfigurationsänderungen und Monitoring zentral über Lenovo XClarity Administrator verwaltet werden können. Dies reduziert den administrativen Aufwand in größeren Server-Umgebungen erheblich.

Umgebungsbedingungen und Zuverlässigkeit

Mit einem Betriebstemperaturbereich von 10°C bis 55°C ist die Karte für typische Rechenzentrumsumgebungen ausgelegt. Die relative Luftfeuchtigkeit darf zwischen 20% und 90% (nicht kondensierend) liegen. Diese Spezifikationen entsprechen den ASHRAE-Standards für Datacenter-Equipment der Klasse A1.

Die umfangreiche Zertifizierungsliste (FCC Part 15 Class A, EN55022/24, RoHS, WEEE) zeigt, dass die Karte für den weltweiten Einsatz in kommerziellen Umgebungen zugelassen ist. Besonders die FCC Class A-Zertifizierung ist wichtig: Sie erlaubt den Einsatz in gewerblichen Umgebungen, wo höhere elektromagnetische Emissionen akzeptabel sind als in Wohnbereichen.

Die einjährige Herstellergarantie entspricht Lenovos Standard für Server-Komponenten. In Verbindung mit Lenovos globalen Service-Netzwerk können defekte Karten schnell ersetzt werden, was für kritische Produktionsumgebungen wichtig ist.

Ideal für diese Einsatzbereiche

  • File- und Print-Server: Die 16-Kanal-Kapazität ermöglicht große SATA-Arrays für kostengünstigen Massenspeicher mit ausreichender Performance für Netzwerk-Dateifreigaben
  • Backup- und Archivierungssysteme: JBOD-Support und die hohe Laufwerksanzahl machen die Karte ideal für Sequential-I/O-lastige Backup-Workloads
  • Virtualisierungsumgebungen: Mixed-Mode-Unterstützung (SAS für OS/Datenbank, SATA für Storage) optimiert das Preis-Leistungs-Verhältnis bei VM-Hosts
  • Content Delivery und Media Streaming: FastPath-Optimierung und hohe sequenzielle Bandbreite unterstützen Streaming-Workloads optimal
  • Database-Tier-Storage: SED-Unterstützung und SAS-12Gb/s-Performance erfüllen Compliance- und Performance-Anforderungen für Datenbank-Storage

Häufige Fragen

Kann die Karte RAID-Arrays erstellen oder nur JBOD?

Die ThinkSystem 440-16e ist primär ein HBA (Host Bus Adapter) mit JBOD-Funktionalität. Laut Hersteller unterstützt sie JBOD-Modi und DDF-kompatible Konfigurationen. Für dedizierte Hardware-RAID-Funktionalitäten wären Lenovos RAID-Controller wie die 930-Serie besser geeignet.

Wie viele Laufwerke kann ich maximal anschließen?

Die Karte unterstützt maximal 16 Speicherperipheriegeräte über ihre vier Mini-SAS-HD-Anschlüsse. Jeder Anschluss kann mit entsprechenden Breakout-Kabeln bis zu vier SATA-Laufwerke oder einem 4-fach SAS-Expander verbinden.

Ist die Karte mit Non-Lenovo-Servern kompatibel?

Obwohl die Karte als "Entwickelt für ThinkSystem" beworben wird, basiert sie auf Standard-PCIe-4.0-Technologie. Technisch sollte sie in anderen Servern funktionieren, jedoch übernimmt Lenovo nur für die explizit gelisteten ThinkSystem-Modelle Support und Garantie.

Welche Kabel benötige ich für den Anschluss?

Die Karte verwendet Mini-SAS-HD (SFF-8644) Anschlüsse. Je nach Server-Konfiguration benötigen Sie SFF-8644 zu SFF-8087 Kabel für Standard-Backplanes oder SFF-8644 zu SATA-Breakout-Kabel für direkte Laufwerksanschlüsse. Diese sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Unterstützt die Karte NVMe-SSDs?

Nein, die ThinkSystem 440-16e ist ausschließlich für SATA- und SAS-Laufwerke konzipiert. Für NVMe-Storage benötigen Sie entsprechende NVMe-Controller oder Server mit integrierten M.2/U.2-NVMe-Anschlüssen.

Kann ich die Karte für Hot-Swap-Laufwerke verwenden?

Ja, die Karte unterstützt Hot-Swap-Funktionalität, sofern das Server-Backplane diese unterstützt. Die meisten ThinkSystem-Server mit kompatiblen Backplanes ermöglichen Hot-Swap-Operationen ohne Server-Neustart.

Allgemein

Hersteller
LENOVO
Herstellernummer
4Y37A09724

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