Ubiquiti AF-11 Bridge & Repeater Netzwerkbrücke 1000 Mbit/s Weiß
Professionelle Point-to-Point-Richtfunkverbindung für maximale Reichweite
Die Ubiquiti airFiber 11 Hi-End ist eine hochspezialisierte Wireless Bridge für drahtlose Punkt-zu-Punkt-Verbindungen im lizenzierten 11-GHz-Band. Entwickelt für Service Provider, Netzbetreiber und Unternehmen mit anspruchsvollen Backhaul-Anforderungen, überbrückt dieses System Entfernungen von bis zu 300 Kilometern mit Gigabit-Geschwindigkeit. Die Kombination aus dem proprietären INVICTUS 2 IC-Prozessor und fortschrittlicher MIMO-Technologie ermöglicht eine Datenübertragungsrate von bis zu 1,2 Gbps bei einer Latenz von nur 200 Mikrosekunden. Als Teil der airFiber-Familie richtet sich die AF-11 an professionelle Anwendungen, bei denen herkömmliche terrestrische Verbindungen unwirtschaftlich oder unmöglich sind.
Hochfrequenz-Performance und INVICTUS 2 IC-Architektur
Das Herzstück der airFiber 11 bildet der speziell entwickelte INVICTUS 2 IC-Prozessor, der für die anspruchsvolle Signalverarbeitung im 11-GHz-Band optimiert wurde. Dieser proprietäre Chipsatz verarbeitet komplexe Modulationsverfahren von 4 QAM bis zu hocheffizienter 1024 QAM und ermöglicht damit eine spektrale Effizienz, die herkömmliche Richtfunksysteme übertrifft. Die Unterstützung variabler Kanalbreiten von 3,5 MHz bis 56 MHz erlaubt eine präzise Anpassung an regulatorische Anforderungen und Interferenzbedingungen vor Ort.
Die MIMO-Technologie (Multiple Input Multiple Output) nutzt mehrere Antennenkanäle gleichzeitig für erhöhte Datenraten und verbesserte Signalrobustheit. Bei optimalen Bedingungen erreicht das System eine Brutto-Datenrate von 1,2 Gbps, die sich nach Abzug der Protokoll-Overhead auf etwa 1.000 Mbit/s netto beläuft. Die extrem niedrige Latenz von 200 Mikrosekunden macht das System ideal für zeitkritische Anwendungen wie VoIP-Telefonie, Videokonferenzen oder Finanztransaktionen, wo jede Millisekunde zählt.
Ein entscheidender Vorteil der 11-GHz-Frequenz liegt in der geringeren atmosphärischen Dämpfung im Vergleich zu höheren Frequenzbändern. Dies ermöglicht die beeindruckende maximale Reichweite von 300 Kilometern unter optimalen Bedingungen – ein Wert, den nur wenige kommerzielle Punkt-zu-Punkt-Systeme erreichen. Die Vollduplex-Fähigkeit gewährleistet dabei symmetrische Übertragungsraten in beide Richtungen.
Adaptive Modulation und spektrale Effizienz
Die airFiber 11 nutzt ein ausgeklügeltes System adaptiver Modulation, das die Übertragungsparameter dynamisch an die aktuellen Funkbedingungen anpasst. Bei optimaler Signalqualität arbeitet das System mit 1024 QAM für maximalen Datendurchsatz. Bei schlechteren Bedingungen – etwa durch Regen, Schnee oder atmosphärische Störungen – wechselt es automatisch zu robusteren Modulationsverfahren wie 256 QAM, 64 QAM oder im Extremfall QPSK.
Diese adaptive Funktionalität ist entscheidend für die Zuverlässigkeit von Richtfunkverbindungen. Während ein starrer 1024-QAM-Link bei schlechten Wetterbedingungen komplett ausfallen würde, bleibt die airFiber 11 durch die Modulations-Anpassung betriebsbereit – wenn auch mit reduzierter Geschwindigkeit. Netzbetreiber können so eine garantierte Mindest-Verfügbarkeit zusichern, selbst unter widrigen Umständen.
Die variable Kanalbreite von 3,5 bis 56 MHz ermöglicht eine optimale Spektrumsnutzung. In dicht belegten Frequenzbereichen können schmalere Kanäle gewählt werden, um Interferenzen zu vermeiden. Wo Spektrum verfügbar ist, maximieren breitere Kanäle die Datenrate. Diese Flexibilität ist besonders wichtig, da die Frequenzvergabe im 11-GHz-Band in verschiedenen Ländern unterschiedlichen Regularien unterliegt.
Fortschrittliche Antennen-Integration und RF-Performance
Die airFiber 11 verfügt über vier SMA-Antennenanschlüsse, die eine flexible Konfiguration verschiedener Antennentypen ermöglichen. Diese Mehrantennentechnik ist fundamental für die MIMO-Funktionalität und ermöglicht gleichzeitig eine Anpassung an unterschiedliche Installationsszenarien. Je nach Distanz und regulatorischen Anforderungen können Parabolantennen mit verschiedenen Durchmessern und entsprechenden Antennengewinnen eingesetzt werden.
Die integrierte automatische Skalierung der Signalstärke mit Balkendiagramm-Anzeige erleichtert die Installationsarbeit erheblich. Techniker können in Echtzeit die Signalqualität überwachen und die Antennenausrichtung optimieren, ohne auf externe Messgeräte angewiesen zu sein. Die verschiedenen LED-Indikatoren zeigen Link-Status, MIMO-Modus und RF-Verbindungsqualität an, was eine schnelle Diagnose von Verbindungsproblemen ermöglicht.
Das System unterstützt sowohl MIMO- als auch SISO-Betrieb (Single Input Single Output), je nach verfügbaren Antennen und Installationsanforderungen. SISO-Betrieb kann in Situationen sinnvoll sein, wo nur eine einzige hochwertige Antenne verfügbar ist oder regulatorische Beschränkungen bestehen. MIMO bietet hingegen die maximale Performance und Redundanz.
Leistungsregelung und Interferenz-Management
Die präzise Leistungsregelung der airFiber 11 ermöglicht eine Optimierung zwischen Reichweite und Interferenzvermeidung. In dichteren Installationsgebieten kann die Sendeleistung reduziert werden, um Störungen benachbarter Links zu minimieren. Für maximale Reichweite wird die volle lizenzierte Leistung genutzt. Diese Flexibilität ist besonders in urbanen Gebieten wichtig, wo sich mehrere Richtfunkstrecken das Spektrum teilen müssen.
Netzwerk-Integration und Konnektivität
Die Netzwerkanbindung erfolgt über einen Gigabit-Ethernet-Port mit PoE-Unterstützung, der sowohl Datenübertragung als auch Stromversorgung über ein einziges Kabel ermöglicht. Diese Lösung vereinfacht die Installation erheblich, da am Antennenstandort nur ein Netzwerkkabel verlegt werden muss. Der mitgelieferte PoE-Injektor stellt die erforderlichen 36 Watt Betriebsleistung zur Verfügung und kann bis zu 100 Meter vom eigentlichen Funksystem entfernt installiert werden.
Ein separater 100-Mbit/s-Management-Port ermöglicht die Konfiguration und Überwachung des Systems unabhängig vom Datenverkehr. Dies ist besonders wichtig für Service Provider, die Remote-Monitoring und -Wartung durchführen müssen, ohne den Produktivverkehr zu beeinträchtigen. IT-Administratoren können so auch bei Ausfällen des Hauptdatenlinks auf das Gerät zugreifen.
Das proprietäre AirFiber-Protokoll ist speziell für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen optimiert und bietet gegenüber generischen WLAN-Standards deutliche Vorteile in puncto Latenz, Durchsatz und Zuverlässigkeit. Die 128-Bit-AES-Verschlüsselung gewährleistet die Sicherheit übertragener Daten und erfüllt Compliance-Anforderungen für kritische Infrastrukturen.
Betriebssystem und Management-Features
Die airFiber 11 läuft mit AirOS F, einer auf Linux basierenden Firmware, die speziell für Ubiquitis airFiber-Produktlinie entwickelt wurde. Das webbasierte Interface ermöglicht eine intuitive Konfiguration auch komplexer Parameter wie Modulations-Profile, Leistungseinstellungen und Quality-of-Service-Regeln. Detaillierte Statistiken über Signalstärke, Throughput, Fehlerrate und Verfügbarkeit unterstützen Netzbetreiber bei der Performance-Optimierung.
SNMP-Support ermöglicht die Integration in bestehende Network Management Systeme (NMS), sodass die airFiber-Links zentral überwacht werden können. Automatische Alerts bei Signalverschlechterung oder Ausfällen helfen dabei, Störungen proaktiv zu identifizieren, bevor sie zu Komplettausfällen führen.
Robuste Bauweise für Outdoor-Einsatz
Mit Abmessungen von 11,2 × 8,6 × 32,7 cm und einem Gewicht von 2,26 kg ist die airFiber 11 kompakt genug für die Montage an Antennenmasten, aber robust genug für den dauerhaften Outdoor-Betrieb. Das weiße Gehäuse reflektiert Sonneneinstrahlung und minimiert thermische Belastungen. Die Zertifizierungen nach ETSI EN 302 217, FCC Part 15.101 und IC bestätigen die Konformität mit europäischen, US-amerikanischen und kanadischen Regulierungsstandards.
Der erweiterte Betriebstemperaturbereich von -40°C bis +55°C qualifiziert das System für den Einsatz in extremen Klimazonen – von arktischen Regionen bis zu Wüstengebieten. Diese Robustheit ist entscheidend für kritische Infrastrukturen, die auch unter widrigsten Umständen verfügbar bleiben müssen. Die passive Kühlung ohne bewegliche Teile reduziert Wartungsaufwand und erhöht die Langzeitzuverlässigkeit.
Die mitgelieferte Stangenbefestigung ermöglicht die Montage an Rohren mit verschiedenen Durchmessern. Die Kunststoff-Kabelbinder sind UV-beständig und für den langfristigen Outdoor-Einsatz ausgelegt. Eine integrierte Reset-Taste ermöglicht die Wiederherstellung der Werkseinstellungen auch ohne Zugang zum Web-Interface – wichtig bei Konfigurationsfehlern oder vergessenen Passwörtern.
Stromversorgung und Energieeffizienz
Die passive PoE-Versorgung mit 36 Watt Leistungsaufnahme ist ein Kompromiss zwischen Performance und Energieeffizienz. Die relativ moderate Leistungsaufnahme ermöglicht den Betrieb über längere Kabelstrecken ohne signifikante Spannungsverluste und reduziert die Anforderungen an die Backup-Stromversorgung. Für kritische Installationen können USV-Systeme entsprechend kleiner dimensioniert werden.
Der externe PoE-Injektor kann in klimatisierten Räumen installiert werden, was die Lebensdauer der Stromversorgungskomponenten erhöht. Bei Ausfall des Injektors ist ein Austausch möglich, ohne das Outdoor-Equipment zu demontieren – ein wichtiger Servicevorteil für abgelegene Installationsorte.
Ideal für diese Einsatzbereiche
Service Provider Backhaul: Die Kombination aus hoher Datenrate (1,2 Gbps), großer Reichweite (300 km) und niedriger Latenz (200 µs) macht die airFiber 11 ideal für die Anbindung entlegener Mobilfunkstandorte oder die Vernetzung zwischen Rechenzentren. Die 128-Bit-AES-Verschlüsselung erfüllt Sicherheitsanforderungen für Carrier-Grade-Anwendungen.
Unternehmens-WAN-Verbindungen: Für Unternehmen mit geografisch verteilten Standorten bietet das System eine kosteneffiziente Alternative zu gemieteten Leitungen. Der Gigabit-Ethernet-Anschluss ermöglicht die nahtlose Integration in bestehende Netzwerk-Infrastrukturen, während die geringe Latenz auch für bandbreitenintensive Anwendungen wie Videokonferenzen oder VoIP geeignet ist.
Kritische Infrastrukturen: Energieversorger, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe nutzen solche Systeme für die Vernetzung von Überwachungs- und Kontrollsystemen. Der erweiterte Temperaturbereich (-40°C bis +55°C) und die robuste Outdoor-Bauweise gewährleisten auch unter extremen Umweltbedingungen zuverlässige Kommunikation.
Event- und Disaster-Recovery-Kommunikation: Die schnelle Deployment-Fähigkeit und Unabhängigkeit von terrestrischer Infrastruktur machen die airFiber 11 wertvoll für temporäre Veranstaltungen oder Notfall-Kommunikationsnetze. Die Stangenmontage ermöglicht eine flexible Aufstellung ohne aufwändige Fundamente.
Überbrückung geografischer Hindernisse: Für Verbindungen über Gewässer, Täler oder andere Hindernisse, wo Kabelverlegung unmöglich oder unwirtschaftlich ist, bietet die 300-km-Reichweite einzigartige Möglichkeiten. Dies ist besonders relevant für Inselverbindungen oder die Anbindung von Offshore-Installationen.
Häufige Fragen
Benötigt die airFiber 11 eine Frequenzlizenz für den Betrieb?
Ja, das 11-GHz-Band erfordert in den meisten Ländern eine Lizenz für kommerzielle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Die Zertifizierungen nach ETSI EN 302 217, FCC Part 15.101 und IC bestätigen die Konformität mit den entsprechenden Regulierungsstandards. Interessenten sollten vor der Installation bei der zuständigen Frequenzverwaltung (in Deutschland: Bundesnetzagentur) eine Genehmigung beantragen.
Welche maximale Entfernung ist in der Praxis realistisch?
Die angegebene maximale Reichweite von 300 km bezieht sich auf optimale Bedingungen mit hochgerichteten Antennen und freier Sichtlinie. In der Praxis hängt die erreichbare Distanz von Faktoren wie Antennengröße, Geländeprofil, Klimabedingungen und regulatorischen Sendeleistungsbeschränkungen ab. Typische Installationen erreichen Entfernungen zwischen 50 und 150 km bei voller Gigabit-Performance.
Können zwei airFiber 11 direkt miteinander kommunizieren?
Ja, die airFiber 11 ist für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen konzipiert, bei der zwei Einheiten ein dediziertes Link bilden. Jede Strecke benötigt zwei airFiber 11-Geräte – eines an jedem Ende der Verbindung. Das proprietäre AirFiber-Protokoll sorgt für optimierte Kommunikation zwischen den Partnerstationen.
Wie wird die Antennenausrichtung optimiert?
Die airFiber 11 verfügt über eine integrierte automatische Skalierung der Signalstärke mit Balkendiagramm-Anzeige sowie LED-Indikatoren für Link-Status und RF-Verbindungsqualität. Diese ermöglichen es Installationsteams, die Antennenausrichtung in Echtzeit zu optimieren, ohne externe Messgeräte verwenden zu müssen.
Ist das System für den 24/7-Betrieb ausgelegt?
Ja, die airFiber 11 ist für den kontinuierlichen Betrieb in kritischen Infrastrukturen konzipiert. Der erweiterte Betriebstemperaturbereich von -40°C bis +55°C, die passive Kühlung ohne bewegliche Teile und die robuste Outdoor-Bauweise gewährleisten hohe Verfügbarkeit auch unter extremen Umweltbedingungen. Die 36-Watt-Leistungsaufnahme ermöglicht eine effiziente Backup-Stromversorgung.
Welche Antennen werden für verschiedene Entfernungen empfohlen?
Das System verfügt über vier SMA-Antennenanschlüsse für flexible Antennenkonfigurationen. Hierzu liegen uns keine spezifischen Herstellerangaben zu empfohlenen Antennentypen vor. Die Auswahl hängt von der geplanten Entfernung, den regulatorischen Vorgaben für Antennengewinn und den lokalen Installationsbedingungen ab. Ubiquiti bietet separate Antennen-Lösungen für verschiedene Anwendungsszenarien an.
Allgemein
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